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19. bis 21.05. 2005 Dalmatien



Kroatien, um genau zu sein, Dalmatien könnte eine gute Wahl sein wenn es hier kalt und regnerisch ist und man nicht unbedingt wieder nach Arco will. German Wings fliegt nach Split und das ist schon mittendrin.
Hier spült die Tourismuswelle Menschenmassen in die Stadt. Vom Cityparkplatz bis zum Meer erstreckt sich der Markt, wo man ausser Lebensmitteln viele Dinge bekommt, die man nicht braucht, einschlieszlich der "Zigarretten, Zigarretten, Zigarretten...".



Split hat auch schöne Seiten. Nicht weit vom Hafen gibt es einen Kletter-Laden. Dort haben wir auch unseren Kletterführer gekauft. Verfasst hat den Boris Ĉujiĉ, wie man uns sagte, der kroatische Kletterpapst. Heisst "Croatia", kostet 150 Kuna und hat sogar eine ISBN: 953-6912-00-7. Enthält (leider) nur Sportkletter-Routen, die sind aber in vier Sprachen beschrieben.
Wir sind keine Massenmenschen und verlassen Split, die Küste entlang nach Süden.



Die nächsten 25 Kilometer Küste sind durchgehend bebaut, Dorf folgt auf Dorf und überall gibt es Zimmer (Sobe) und Geschwindigkeitsbegrenzungen. Rechts ist Meer, links sind Berge. Manche sind nur Hügel aber immer wieder mal ist auch was dabei mit schönen Wänden, in keinem Führer aufgelistet. Da sie direkt über dem Meer aufragen, sind auch jede Menge Klettermeter drin obwohl sie sich auf der Karte nicht so hoch darstellen. Für begeisterte Alpinkletterer, denen es nichts ausmacht sich durch die Maccia am Bergfusz zu quälen, warten hier jede Menge unbegangene Routen.


Dann kommt Omiš, wo wir uns einquartiert haben. Der Kletterführer empfiehlt den Campingplatz, doch für ein nagelneues Appartment zahlen wir nur 10 Euro pro Person, wohingegen der Camping - noch aus sozialistischen Zeiten - uns mit seiner spartanischen Sachlichkeit und den Preisen nicht überzeugt.
Omiš liegt an der Mündung der Cetina, auf deren Oberlauf Raftingtouren angeboten werden. Es gibt eine gemütliche Altstadt mit genügend Kneipen, Strand mit den obligaten Kieseln und massig Verkehr.



Für 45 Kuna kann man sich mit dem Boot ein Stück den Fluss hinauf bringen lassen doch man kann tatsächlich auch klettern. Das ist hier noch nicht so richtig populär, soll aber noch werden - sogar die Stadt unterstützt anscheinend mittlerweile die Einrichtung von Routen.
Im Sektor "Stomorica" trifft man jeden Nachmittag Vince, der dort einen Kletterklub mit Kids betreibt. Von ihm sind wohl die meisten Routen in der Gegend gebohrt. Kroatisch zu sprechen wäre gut aber die Jugend hat brauchbares Englisch drauf und hilft übersetzen.
Der Führer verzeichnet rund 70 Routen zwischen 4a und 8b. So um 6 sollte man schon klettern können, damit man auch Auswahl hat. Hier ist der Fels noch kein biszchen abgespeckt, viele negative, scharfe Griffe, manchmal klein und manchmal überraschend und Haken satt.





Die Lust am Klettergarten reicht nur für einen Nachmittag denn gleich gegenüber, auf der anderen Seite der Cetina gibt es richtig was zu klettern. Der (die?) Babajaĉa soll eine Tour bis auf den Gipfel haben.
Hinter der kleinen Kirche St. Peter geht es ein paar Meter durchs Gebüsch, an Gärten vorbei zum Einstieg. Ist nicht schwierig zu finden denn auch hier blinken viele neue Haken in der Sonne. Sonne gibt es reichlich und der Kopfschweiss steht schon bald in den Schuhen.
Die Tour ist knackig und glücklicherweise haben wir nicht in den Führer geschaut sonst hätte es möglicherweise Bedenken gegeben. Jetzt finde ich es nicht so schlimm, auf einer 6c auf dem Haken gestanden zu haben.
Statt abzuseilen gehen wir zum Gipfel weiter und dann links durch die Maccia in die Stadt zurück. Lange Hosen sind sehr empfehlenswert.
(Relaks: 4c, 2, 6c, 6a, 6c)



Nächstens gehts weiter nach Süden, wie immer die Küste entlang, fast bis nach Makarska. Brela heisst das Dorf und Dank der guten Beschreibung im Führer finden wir auf Anhieb den richtigen Weg aufwärts. Etwas Bodenfreiheit beim Auto ist notwendig und der Parkplatz liegt voll in der Sonne.
Ein paar Meter noch die Strasze weiter und durch einen Garten an die Wand. Hier haben Österreicher die Routen angelegt, so etwa 70 insgesamt. Auch die Schwierigkeitsgrade bewegen sich im gleichen Bereich wie in Omisˇ. Der Fels ist auch hier wunderbar griffig und die Aussicht einfach schön. Es ist heiss.




Prima Fels, prima Wetter und viel Betrieb war auch (noch?) nicht. Nach dem Klettern gleich zum Meer und die, die es mögen, kühlen sich auf Normaltemperatur ab. Es ist billig hier, nur der Cappuccino könnte besser sein - vom Eis ganz zu schweigen. Vielleicht kann man im Herbst mal wiederkommen.